Történeti, néprajzi tanulmányok a Tolna megyei Kétyről

Umschlag des Buches

Fachbücher, Studien- oder Konferenzbände nimmt man in die Hand, wenn man recherchieren oder sich in einen wissenschaftlichen Problemkreis vertiefen und das eigene Wissen erweitern möchte. Wir könnten sagen, dass viele Bücher dieser Art den Durchschnittslesern langweilig, ja sogar – ohne tiefere Vorkenntnisse in der entsprechenden Thematik – einfach als nicht geeignet gelten.

 

 

 

 

 

 

 

Das hier vorgestellte Werk gilt auch nicht als Vergnügungsliteratur. Wer sich jedoch für die im Buch befindlichen angesprochenen Themen interessiert, wird es aber auf keinem Fall langweilig finden. Alle der dreizehn Studien des vom Institut für Volkskunde der Philologischen Fakultät der Universität ELTE in Budapest 2020 herausgegebenen Studienbandes sind historische, linguistische oder soziologische Beiträge. Sie wurden von Wissenschaftlern, Volkskundlern, Linguisten, Historikern bzw. von Doktoranden oder Studierenden der Universität verfasst. Ohne Ausnahme sind diese Schriften gut lesbar und, leicht verständlich. Die Beiträge umfassen ein breites Spektrum verschiedener Wissenschaftszweige, das Werk an sich ist schliesslich auf keinem Fall eine pure geschichtliche Ortsmonografie. Die Mikroebenen der Geschichte der örtlichen Ungarndeutschen der nach ihrer Vertreibung hier angesiedelten Sekler aus der Bukowina und der Ungarn aus Oberungarn wird gründlich, aus mehreren Perspektiven vorgestellt. Der Leser kann je nach persönlichem Interesse vieles erfahren.

Aus ungarndeutscher Sicht sind mindestens acht Studien äußerst lesenswert. Die urbariale Regelung von Miklós Könczöl und die Analyse der demografischen Änderungen von Kéty vom 18. bis zum 21. Jahrhundert von Gabor Koloh weisen darauf hin, dass das Leben in der Siedlung nach Ende der Türkenherrschaft mehr als zwei Jahrhunderte lang von den hier angesiedelten Deutschen geprägt war. In der umfassenden, sehr gründlich recherchierten linguistischen Studie von Dr. Maria Erb wird der Kieker Dialekt zum ersten Mal eigenständig untersucht und vorgestellt. Über die Vertreibung der Ungarndeutschen und die ethnischen Veränderungen in der Gemeinde berichtet uns eine eingehende Studie von Zita Deáky und Péter László. János Krähling stellt die Evangelische Kirche als Träger der einstigen ungarndeutschen Identität aus dem 18. Jahrhundert vor. Die Beschreibung der Geschichte des örtlichen Elementarunterrichts (1868-2007) von Fanni Svégel und die der Gesundheitslage von Kiek vom 18. bis zum 20. Jahrhundert von Gabriella Vámos enthüllen viele Einzelheiten, die auch das Leben der hier einst lebenden Ungarndeutschen umflochten haben. Die berühmten landwirtschaftlichen Methoden (Zucht der Bonnharder Viehrasse, Weinbau) der Kieker Schwaben und wie diese von den angesiedelten Seklern übernommen wurden, wird im Beitrag von Gergely Lajkó vorgestellt.

Dieses Werk empfehlen wir allen, die über das Leben der Kieker evangelischen Ungarndeutschen und nach ihrer Vertreibung hier angesiedelten ungarischen Bevölkerung bzw. das hiesige Leben lesen möchten.

Zita Deáky – Gabriella Vámos (Red.): Történeti, néprajzi tanulmányok a Tolna megyei Kétyről
(Historische, ethnographische Studien über die Gemeinde Kiek/Kéty
im Komitat Tolnau)
Budapest: ELTE BTK Néprajzi Intézet, 2020.
316 S. Ill.
Sprache: Ungarisch mit kurzer deutscher Zusammenfassung der Studien

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.
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