Herbstferien in der Ungarndeutschen Bibliothek

Liebe Leser,

ab dem 28. Oktober bis zum 1. November 2021 ist die Ungarndeutsche Bibliothek wegen Herbstferien geschlossen.

Ab dem 2. November sind wir wieder mit den gewohnten Öffnungszeiten für Sie da!

Falls Sie Bücher zurückgebracht haben, können Sie diese mit Angabe Ihrer Namen an der Rezeption abgeben.

Zwei Tage zwei Besuchergruppen

SchülerInnen aus dem Valeria Koch Bildungszentrum besuchten am 11. Oktober das HdU

NZ-Chefredakteur Johann Schuth, Zentrum-Büroleiter Ludwig Grund und Bibliothekar Nándor Frei empfingen am 11. Oktober eine 30-köpfige Delegation aus dem Valeria-Koch-Bildungszentrum im Haus der Ungarndeutschen.

 

 

 

 

 

 

 

Die SchülerInnen haben auch die Bibliothek besichtigt

Den Zehntklässlern und ihren Begleiterinnen – Nóra Tóth-Rutsch und Adél Büki – wurden die Tätigkeit, Geschichte und Projekte sowohl des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek als auch der Neuen Zeitung vorgestellt sowie die Redaktion des ungarndeutschen Wochenblattes und die Ungarndeutsche Bibliothek gezeigt.

 

 

 

 

 

 

Dieser war der erste Halt einer dreitägigen Studienreise, die für die Jugendlichen organisiert wurde. Weitere Stationen waren Boglar, Tscholnok, Tschakwar, Felcsút und Stuhlweißenburg.

 

Elte StudentInnen am 12. Oktober im HdU

Am nächsten Tag wurde die Vorlesung zweier Studentengruppen von der Lóránd-Eötvös-Universität ins HdU verlegt. Das Ziel war, dass die Lehramtstudenten unter der Leitung von Gabriella Sós und die BA-Studenten mit Hauptfach Deutsch als Minderheitensprache von Dr. Maria Erb die Arbeit des Zentrums und der Neuen Zeitung bzw. des VUdAK vor Ort kennenlernen. Ihnen hielten Zentrum-Direktorin Monika Ambach und NZ-Chefredakteur gemeinsame eine Vorlesung. Besonders die Forschungsmöglichkeiten in der Ungarndeutschen Bibliothek sowie die Praktikumsmöglichkeiten im HdU wurden ihnen nahegelegt.

 

 

 

 

 

 

Die StudentInnen besuchten auch die Bibliothek

Im Anschluss an die Diskussion konnten sie sich auch im Haus umschauen, wobei sie auch die Bibliothek im Dachgeschoss besuchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ins Haus der Ungarndeutschen kommen regelmäßig Schüler- und Studentengruppen, aber demnächst kommt wieder eine ausländische Touristengruppe, die sich besonders für die ungarndeutsche Geschichte interessiert.

 

 

 

Népcsoportok konyhája. Bonyhád ízei

Umschlag des Buches

Der Talboden ist eine Kleinregion in der Schwäbischen Türkei, dessen Zentrum und größte Siedlung seit der Ansiedlung der Deutschen Bonnhard/Bonyhád ist. Im Vergleich zu anderen ungarndeutschen Siedlungsgebieten war er sogar die von Ungarndeutschen am dichtesten besiedelte Region im ganzen Land überhaupt. Sie machten 71% der Gesamtbevölkerung dieser Kleinregion aus. Ihre Lage veränderte sich allmählich mit den Enteignungen, Vertreibungen und Internierungen nach 1945. Die Ansiedlung der Sekler aus der Bukowina und Siebenbürgen sowie die der Ungarn aus dem historischen Oberungarn und weiteren Teilen Ungarns führten zur Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der ganzen Region. Anfangs war das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen schwierig. Es kam oft vor, dass in den ungarndeutschen Häusern der ursprüngliche Hausbesitzer und seine Familie und die angesiedelte ungarische „Siedler-Familie” jahrelang unter einem Dach zusammenleben und das einstige Eigentum teilen mussten. Dies führte natürlich oft zu Reibereien. Mit der Zeit kam es zwischen den Volksgruppen zu einer Versöhnung, zu Mischehen und einem friedlichen Zusammenleben.

 

 

 

 

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Fejezetek Mecseknádasd történelméből

Umschlag des Buches

Wenn sich jemand mit den eigenen ungarndeutschen Wurzeln beschäftigen möchte, und aus einer Siedlung stammt, deren Vergangenheit schon gut aufgearbeitet und dokumentiert ist, hat es leichter oder kann sich zumindest auf etwas stützen, um den eigenen Wurzeln nachzugehen. Es ist aber öfters der Fall, dass die Mitglieder der Erlebnisgeneration, die Generation der Großeltern bzw. Urgroßeltern, die ihre Kind- oder Jugendzeit noch im jeweiligen Ort verbrachten, letztlich enteignet und vertrieben wurden, und heute nicht mehr leben. Ohne verbliebene Verwandte – „zeitlich und räumlich fern von der Heimatsiedlung der Ahnen” – kann man sich fast nur noch auf Bücher stützen, in denen die Vergangenheit dokumentiert worden ist, wenn man darüber beispielsweise etwas den eigenen Kindern erzählen möchte.

 

 

 

 

 

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Wertvolle Spende von der Jakob Bleyer Gemeinschaft

Am 29. September erhielt unsere Bibliothek eine großzügige Spende von der Jakob Bleyer Gemeinschaft.

Unsere Bibliothek erhielt Pester Lloyd Exemplare

Die Spende besteht aus eingebundenen Archivexemplaren des Tagesblattes Pester Lloyd aus den Jahren zwischen 1927 und 1937 – je nach den Tagen ein Morgen- und Abendblatt. Es ist interessant, wie die wandelnde Zeit anhand der verschiedenen Jahrgänge schon auf dem ersten Blick beobachtet werden kann: 1927 hieß das ungarische Wechselgeld Heller, und die Zeitung wurde noch in Frakturschrift gedruckt, 1937 bezeichnete man das Kleingeld schon Fillér und die Leser konnten die Zeitung in Lateinschrift lesen.

 

 

 

 

 

 

Die Archivexemplare sind in 42 Bänder eingebunden

 

Leider ist die aus den insgesamt 42 eingebundenen Bändern bestehende Sammlung nicht vollständig: Die aus den Jahren 1932 und 1937 sind nicht vollständig bzw. es fehlen die Jahrgänge 1935 und 1936. Dennoch werden diese Zeitschriften für Forscher und Besucher der Ungarndeutschen Bibliothek in der Zukunft bestimmt vom großen Nutzen sein.

 

 

 

 

 

Wir bedanken uns recht herzlich bei der Jakob Bleyer Gemeinschaft e. V. und Vorsitzendem Georg Kramm sowie Nelu Bradean-Ebinger für diese wertvolle Spende!

 

Katalin Hudi: Liesl und Franzl / Die kleine, große Hilfe / Matrosenleben

Die Sprache ist einer der wichtigsten, wenn auch nicht der wichtigste identitätsbildende Faktor der Ungarndeutschen. Die Volksgruppe erlitt nach dem Zweiten Weltkrieg und in den darauffolgenden Jahrzehnten einen solchen enormen Sprachverlust, dass dieser bis zu den heutigen Tagen traurige Auswirkungen hat. Die Bewahrung von vielen deutschen Ortsdialekten ist leider unmöglich, da mit ihren letzten Sprechern auch sie langsam aussterben. Die deutsche Sprache wird heutzutage meistens nur noch in den Kindergärten und Schulen, praktisch als Fremdsprache gelehrt und erlernt. Als Kind begegnet man der „alten Welt” dazu fast nur im Rahmen des Volkskundeunterrichts, die den Kindern leider aber weiterhin öfters sehr fremd bleibt.

Alle drei der hier empfohlenen, von Katalin Hudi, der Vorsitzenden der Herender Deutschen Selbstverwaltung, verfassten bunten Märchenheftchen eignen sich sehr gut sowohl zum deutschen Sprach- wie auch Volkskundeunterricht. Sie bringen uns in das vergangene Dorfleben einer ungarndeutschen Familie zurück, als der Alltag mit der Tradition noch gleich war. Continue reading “Katalin Hudi: Liesl und Franzl / Die kleine, große Hilfe / Matrosenleben”

Johannes Weidenheim: Pannon regény. Katharina D. élete

Umschlag des Buches

Über das Schicksal der Donauschwaben, die auf den Territorien der heutigen Vojvodina in Serbien, im südlichen Teil der Batschka gelebt haben, sind bislang zahlreiche historische und literarische Werke erschienen. Bei diesen geht es meistens um das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen im multiethnischen Umfeld und/oder um das Leidensweg der Donauschwaben nach dem Zweiten Weltkrieg. Oft wird aber auch die Vertreibung, die Flucht und das Flüchtlingsleben thematisiert.

Johannes Weidenheim, der Autor des hier vorgestellten Werkes, ist als Johannes Ladislaus Schmidt 1918 in Batsch-Topola/Bačka Topola geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in Werbaß/Vrbas, wo er schon zu jener Zeit mit dem Schreiben anfing. Von dem Namen der Siedlung entnahm er auch sein Pseudonym (das serbische Wort Vrbas bedeutet Weide). Wie Tausende seiner Landsleute, lebte er auch in Österreich, später bis zu seinem Tode im Jahre 2002 in Westdeutschland. Er war als Redakteur, Lehrer, vor allem aber als Schriftsteller tätig. In mehr als der Hälfte seiner Werke behandelte er Themen der heimatvertriebenen Donauschwaben. Er zählte unter seinen Zeitgenossen zu den begabtesten und erfolgreichsten in der BRD lebenden donauschwäbischen Autoren der Nachkriegszeit.

 

 

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Anton Reith/Rózsai: Familienbuch der Gemeinde Jood. 1720-1960

Umschlag des Buches

Wer sich mit der eigenen ungarndeutschen Identität oder Herkunft eingehender beschäftigen beziehungsweise seinen familiären Wurzeln nachgehen möchte, kommt auf jeden Fall mit der Familienforschung in irgendeiner Weise in Berührung. Im Bestand der Ungarndeutschen Bibliothek gibt es Reihen wie die von Stefan Stader, Werner Hacker oder die von Ferdinand Hengl, die das Forschen wesentlich erleichtern können. Des Weiteren gibt es verschiedene Familienbücher, die mit ihren Daten aus bestimmten Ortschaften die Forscher erfreuen.

 

 

 

 

 

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Adam Sagers Gebetbuch

Umschlag des Buches

Religion und Kirche waren immer ein wichtiger Bestandteil der ungarndeutschen Identität. Hierfür stehen die vielen sakralen Gedenkstätten, Kalvarienberge, die von ungarndeutschen Dorfgemeinschaften erbauten prachtvollen und monumentalen Kirchen, die entwickelte Friedhofskultur sowie die zahlreichen religiösen Volksbräuche im Kirchenjahr wie das Christkindlspiel, der Emmausgang oder die Blumenweihe zu Mariä Himmelfahrt. Viele dieser Traditionen wurden weitergegeben und werden auch heute weiter gelebt. Des Weiteren sind auch Stücke des erbauten ungarndeutschen Kulturerbes gerettet worden. Handschriftliche religiöse Quellen aus der Ansiedlungszeit wie das Originelle des hier vorgestellten Gebetbuches aus 1803 sind eher selten erhalten geblieben. Das hier vorgestellte, 1999 von der Kulturstiftung Biatorbágy herausgegebene und von Peter Pius Varga redigierte Werk beinhaltet aber nicht nur die gut erhaltene originale Handschrift von Adam Sager.

 

 

 

 

 

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Reinhard Johler (Hg.): Hatzfeld. Ordnungen im Wandel

Umschlag des Buches

Die deutschen Kolonisten und ihre Nachkommen, die im Donauraum des Karpatenbeckens nach der Türkenherrschaft im 18. Jahrhundert auf den Territorien des Königreichs Ungarn angesiedelt worden sind, bezeichnet man mit dem Sammelbegriff Donauschwaben. Zu denen gehören natürlich auch die nach dem Friedensvertrag von Trianon in „geschrumpftem Ungarn“ verbliebenen Ungarndeutschen. Fast unmittelbar nach dem Abschließen des Friedensvertrags befanden sich Hunderttausende von ihnen im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (später Jugoslawien) und in Rumänien, die dann auch Banater und Batschkaer Schwaben genannt wurden. Die verschiedenen donauschwäbischen Ortsgemeinschaften können bis heute unabhängig von ihrer unterschiedlichen Lage und Geschichte, dank der gemeinsamen deutschen Wurzeln ihrer Bevölkerung, viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

 

 

 

 

 

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