Die Ungarndeutsche Bibliothek stellt diese Woche wieder einen Studienband ihren Lesern vor, der ein bestimmtes Segment der deutschsprachigen Literatur in Mittel- und Südosteuropa im 20. und 21. Jahrhundert zeigt.
Diese Woche laden wir unsere Leser zu einer spannenden Reise in die Geschichte der Donauregionen ein. Die Donau verbindet die Länder Ost- und Südosteuropas, wobei Ungarn in der Geschichte des Flusses nicht nur geografisch, sondern auch historisch und kulturell eine herausragende Rolle gespielt hat.
Spricht man heute über den Donauraum, dann denkt er eher an eine Großregion Europas, die eine sowohl durch den Fluss, als auch durch neu gebaute Autobahnen und andere Verkehrswege verbundene immer mehr zunehmende Region ist, und seit der Wende 1989/90 kulturell und wirtschaftlich zusammengewachsen ist. In der Zeit der Römer war die Donau eher eine Grenze, die die Völker dieser Region politisch, wirtschaftlich und teils auch kulturell trennte, und während der Türkenherrschaft oft Zeugin verschiedener Schlachten war. Manche waren große Wendepunkte der europäischen Geschichte. Die südöstliche Machtausbreitung des Habsburgerreiches und sein Aufstieg zur europäischen Großmacht als Donaumonarchie begann eigentlich im Jahre 1683 mit der Schlacht am Kahlenberg, als die Belagerung Wiens von den Türken beendet wurde.
Da die Ungarndeutsche Bibliothek sowohl eine öffentliche, als auch eine Fachbibliothek ist, befinden sich in unserem Bestand auch viele Fachbücher, die die Forschungsarbeit im ungarndeutschen Bereich in breiten Kreisen vielen Lesern erleichtern. Im Dachgeschoss des Hauses der Ungarndeutschen sind Tagungsbände ebenfalls zu finden, die sich nicht nur mit wissenschaftlichen Themen, sondern auch mit unterschiedlichen Themenkreisen wie Kultur und Wirtschaft beschäftigen.
Diese Ausgabe ist der fünfte Band der Publikationsreihe Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa und beinhaltet Transkripte der Beiträge der zweiten Jahrestagung des Forschungszentrums Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (FZ DiMOS) der Universität Regensburg. Eine Besonderheit aus ungarndeutscher Perspektive ist, dass diese Konferenz 2015 in Budapest unter der Mitwirkung der Eötvös-Loránd-Universität und der Andrássy Universität Budapest verwirklicht wurde.
Ortfried Kotzian ist einer der bedeutendsten Forscher der Nationalitäten Mittel- und Südosteuropas. Bis seiner Pensionierung letztes Jahr war er Direktor des Hauses des Deutschen Ostens in München. Das vorliegende Buch drückt die Ehre seiner KollegInnen für seine wissenschaftliche Tätigkeit aus.
Auf Ungarisch gibt es relativ wenig historische Darstellungen, die sich mit unserer ganzen Großregion befassen. In Deutschland ist das aber ein populäres Thema. Das Buch von Christoph Augustynowicz liefert trotz seiner Kürze zahlreiche Informationen über das Gebiet.
Unsere Region, die wir Ostmitteleuropa nennen, wird in der deutschen Fachliteratur meistens als Südosteuropa bezeichnet. Dieses Buch beschäftigt sich mit dem enger genommenen Südosteuropa, von Südungarn bis zur heutigen Türkei. In Wolfgang Geiers Werk können wir Berichte von Reisenden, Studien und biographische Skizzen aus den letzten fünf Jahrhunderten Südosteuropas lesen, ergänzt mit der Interpretation des Autors.
Die Geschichte unserer Region war immer ein brisantes Thema, da sie oft die gesamteuropäische Geschehnisse beeinflusste. Besonders gilt das für die letzten Jahrhunderte, die das vorliegende Buch behandelt.
Die niederländische Journalistin Annemieke Hendriks stellte sich die Frage, warum in der theoretisch einheitlichen Europa noch immer ein deutlicher Unterschied zwischen der östlichen und der westlichen Hälfte besteht. Um diesem Problem nachzugehen, machte sie Interviews mit sechs mitteleuropäischen Familien. Das vorliegende Buch entstand aus diesen Gesprächen.