Lieselotte Schiffer: Donaukiesel

Umschlag des Buches

Lieselotte Schiffer musste 1944 als 13-jähriges Mädchen samt Familie wegen ihrer donauschwäbischen Abstammung aus Weprowatz (heute Serbien) flüchten. Sie nahm ihre Erinnerungen und Erlebnisse aus der Heimat mit, die auch nach 50 Jahren so lebhaft erscheinen, als ob sie gestern geschehen wären. Donaukiesel ist das zweite Buch der Autorin und beinhaltet kurze Erzählungen, wobei es sich auch um persönlich Erlebtes handelt.

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschichten sind in chronologischer Reihenfolge geordnet, abgesehen von der letzten, in der sich die Autorin an den geliebten Vater erinnert, der sehr früh verwitwete, nie wieder heiratete und die beiden Töchter alleine erzog.
In der ersten Erzählung geht es um einen Koffer, den noch der im Jahre 1888 geborene Vater während seines Studiums kaufte. Man kann aber auch in einer der Geschichten über den Alltag in Ulm aus der Zeit des Wirtschaftswunders erfahren. Das erneute Auftauchen des Vaters in der letzten Kurzgeschichte gibt der Erzählungsreihe einen Rahmen.
Auch nicht ohne Grund ist die Betitelung des Buches: Die Donau fließt sowohl durch Belgrad, die Geburtsstätte der Autorin, als auch durch Ulm, ihre neue Heimat. Es war der Anfang ihrer Familiengeschichte, als ihre Vorfahren in Ulm in die Ulmer Schachtel stiegen, und letztlich hat sie in Ulm eine Fortsetzung. Die Geschichten sind verschieden, etwas knüpft sie aber zusammen: So wie die Kieselsteine in der Donau verschieden sind, aber eigentlich vom selben Wasser umflossen werden. Aber um zu erfahren, was „das Wasser zwischen den Geschichten” ist, soll man das Büchlein lesen.

Das Buch können wir allen empfehlen, die über eine „erfolgreiche Integrationsgeschichte” lesen möchten.

Lieselotte Schiffer: Donaukiesel
Donauschwäbische Geschichten
Ulm : klemm+oelschläger, 2010.
78 S. : Ill.
Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu